1900 - 1950

Der Zufall hat es gewollt, dass das letzte Ziel des Vereins: “Schaffung einer deutschen Einheitskurzschrift auf Gabelsbergerscher Grundlage“ gerade beim Ablauf des 60. Vereinsjahres erreicht wurde; denn im Oktober 1924 entschloss sich die deutsche Reichsregierung, die seit 20 Jahren im Gange befindlichen Einigungsbestrebungen der verschiedenen deutschen Stenografiesysteme durch Einführung des Juli-Entwurfs von 1922 als Deutsche Einheitskurzschrift zu beenden und dieses neue System ab Ostern 1925 als Pflichtfach in allen deutschen Schulen zu lehren. So beschloss dann auch unser Verein im Jahre 1925, sich der Pflege und Ausbreitung der neuen Schriftform zuzuwenden. Infolge des Eintretens des Vereins für die Einheitskurzschrift änderte er seinen Namen in Dortmunder Einheitskurzschriftverein „Gabelsberger 1864“ um.
Im Jahre 1932 wurde der Stadtverband gegründet. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch in Zusammenarbeit mit der Handelsschule die ersten Schreibmaschinenlehrgänge durchgeführt.
Im Jahre 1937 war die Zusammenarbeit von Stenografenschaft und Deutscher Arbeitsfront von der Reichsbundesführung durch ein Abkommen sehr eng gestaltet worden. Im Jahre 1943 wurde im Zuge der Kriegsmaßnahmen die Arbeit der Organisation aller deutschen Stenografen durch Dekret einfach stillgelegt. Der Verein musste seinen Kassenbestand von 2000 RM an die Reichsbundesführung nach Bayreuth und alle sonstigen Vermögenswerte an die hiesige Dienststelle der DAF abliefern. Der Mitgliederbestand lag zu diesem Zeitpunkt bei 2200 Personen.
In der Notzeit nach Kriegsende aber zeigte sich, dass der alte Idealismus nicht untergegangen war. Die Schriftfreunde Wilhelm Steinrücken und Walter Faber fanden sich und waren sich sofort darüber klar, dass der alte Verein wieder zu neuem Leben erweckt werden müsse. Im September 1945 nahmen sie die Verhandlungen mit der englischen Militärregierung auf. Diese erlaubte am 05.11.1945, dass ein „Shorthand-Club“ für den Stadtkreis Dortmund ins Leben gerufen werden konnte. Ein Wiederaufleben unserer Sache unter dem Namen von 1864 wurde abgelehnt. Dank der Tatkraft von Steinrücken und Faber konnte im April 1947 ein Mitteilungsblatt, das den alten Namen „Konkordia“ wieder trug, erstmalig erscheinen. 1949 erfolgte durch 18 alte Schriftfreunde die Wiedergründung des Stenografenvereins, der den Namen „Stenografenverein Dortmund 1864“ erhielt. Am 16. Juni 1950 wurde unser Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Dortmund eingetragen.